
Hallo ins Camper - Land
ich dachte, ich erzähl Euch mal von unserem Horror-Trip, ursprünglich als Sommerurlaub letztes Jahr gedacht ;-)
Geplant waren 3 Wochen Sommerurlaub in Spanien an der Costa Brava. Schon Wochen vorher dacht ich mir immer, "Drei Wochen am Stück, das glaub ich erst, wenn wir auch nach wirklich 3 Wochen wieder zuhause sind"....
Am Freitag abend, den 21. August sind wir losgefahren. Mein Mann ist die ganze Nacht, nach dem es ziemlich viel Verkehr gab, und er nicht am nächsten Tag nicht in diversen Stau´s stehen wollte, durchgefahren (Hat er vorher noch nie gemacht! ). Am nächsten Tag gegen 12 Uhr waren wir auf dem Campingplatz.
Da meinte er schon, dass er etwas Halsweh hätte. Na gut, kommt sicher von der Klimaanlage beim fahren.
Dann legte er sich ins Bett, um den Schlaf nachzuholen, und stand erst am nächsten Morgen wieder auf
Da waren die Halsschmerzen richtig schlimm, und ein Blick in den Hals zeigte uns vereiterte Mandeln. Toll.
An diesem Tag dachte er noch ein bisschen Bonbon lutschen hilft (Männer ;-) ). Am nächsten Tag war es noch schlimmer. Also zum Arzt auf dem Campingplatz, der an seiner Tür stehen hatte "Sprechstunde von 13.00 bis 18.15"
Also waren wir da kurz nach Eins, und standen vor verschlossenen Türen. Also gingen wir zur Rezeption, an die man sich in Notfällen wenden sollte. "Der Arzt kommt erst um 18.15 wieder".
Na gut. Um kurz nach sechs ging mein Mann wieder dort hin. Der Arzt schaute kurz in den Hals, und bestätigte die eitrigen Mandeln, schrieb ein Rezept für ein AB raus, und ne Quittung über 55 Euro für ein mal kurz in den Hals gucken
Mein Mann fuhr also in die nächste Stadt in die Apotheke mit dem Motorrad, und diese Fahrt gab ihm an dem Tag den Rest.
Am nächsten Tag war es noch schlimmer, er wusste gar nicht mehr, wie er trinken, essen oder schlucken sollte. Ich nahm Kontakt mit meinem Hausarzt auf, der meinte wenn es am nächsten Tag noch schlimmer ist, und nicht besser wird sollten wir in ein Krankenhaus.
Zwischendurch waren wir auch nochmal beim Arzt auf dem Campingplatz aber standen wieder vor verschlossenen Türen.
Am nächsten Tag war es NOCH schlimmer. Mittlerweile hatte er schon Schwierigkeiten mit dem Atmen, mir wurde echt Angst. Also wieder vor zu Arzt, der natürlich wieder nicht da war. Also an die Rezeption, und gesagt, dass wir nen Arzt bräuchten. Ja der kommt erst abends wieder. Ich meinte wir bräuchten aber JETZT einen Arzt (Langsam war ich echt sauer) . Ja dann müssten wir zu einem anderen fahren. Da ließen wir uns ein Taxi ins nächste Krankenhaus anrufen.
In der Zwischenzeit bekam ich Probleme mit meinem Auge, ein Gerstenkorn, nach kurzer Zeit war es richtig schön angeschwollen und schmerzhaft.
Im Krankenhaus angekommen, ging ich zur Anmeldung. Zu diesem Zeitpunkt hatte mein Mann seit 24 Stunden nichts mehr gegessen oder getrunken, ihm war schon ziemlich schwindelig, und er konnte nicht mal mehr schlucken, konnte nur noch ausspucken
Ich hab ihn angemeldet und musste dann mit Sohnemann draußen im Warteraum bleiben, mit rein durften wir nicht. Adriano musste zur Toilette, das war echt eklig. Das Krankenhaus so versüfft und verdreckt, sowas würde hier in Deutschland sofort geschlossen werden. Kein Wunder dass die ihre Schweinegrippe nicht in den Griff bekamen. Wenn man da gesund reingeht, geht man krank wieder raus, so einen Dreck hab ich hier echt noch nie in einem KH gesehen...
Nach 1 Stunde! Wartezeit bekam ich ne SMS von meinem Mann, ob ich schon gezahlt hätte. Nee, hatte ich noch nicht, ich fragte ihn warum. Er meinte, er wäre noch immer nicht drangekommen, jeder der nach ihm kam wurde behandelt, nur er nicht. Dazu musste er im Stehen warten, alle Stühle waren belegt, und es wurde nix frei. Und er war kurz vorm umkippen, und konnte kaum noch gescheit atmen.
Da bin ich zu der Dame bei der Anmeldung und hab ihr das auf Englisch erklärt. Sie meinte barsch, wir wären hier in einem KH, da müsste man eben warten, da da viele Patienten sind. Ich sagte ihr, dass mir das schon klar sei, aber er hätte seit gestern nicht mehr getrunken, ihm ist schwindelig, er müsste wenigstens sitzen dürfen, da er sonst umkippt, und dass er schlecht Luft bekommt. Da sagt sie doch glatt zu mir, "Ich denke ihr Mann ist erwachsen genug sich einen Stuhl zu holen" Ich wär echt am liebsten zu ihr rübergekrabbelt so wütend war ich in dem Moment...
Sohnemann gings auch nicht gut, er hatte ziemliche Angst um seinen Papa, wir hatten noch nicht mal was gegessen und es war schon mittags. Aber in diesem versüfften KH wollt ich nicht mal was aus dem Automaten nehmen
Mein Mann meinte dann ich solle ein Taxi rufen, er würde da nicht länger bleiben. Also hab ich der Dame gesagt, dass wir wieder gehen wollten. Sie hat ihn rausgeholt und auf meine Nachfrage nach einem Taxi mir nen Zettel mit ner Nummer hingeknallt.
Nur dass da niemand ran ging.... auch nach 15 Minuten immer wieder anrufen nicht.
Also hab ich meine Mutter in Deutschland angerufen, die mir die Tel. des Campingplatzes (dummerweise hatte ich die nicht dabei) raussuchte und schickte, und dann hab ich dort angerufen und die haben mir drei andere Taxinummer gegeben. Tja, nur leider beschränkt sich mein Spanisch auf zwei, drei Brocken. Und der Mann vom Taxi konnte auch kein Englisch. Also musste "Taxi, Figueres, Hospital" reichen. Nun konnten wir nur hoffen, dass er das kapiert hatte....
5 Minuten später war er Gott sei Dank da. Unterwegs hielten wir noch an einer Apotheke an und holten Paracethamol. Die ersten nahm er gleich im Taxi, und merkte nach einiger Zeit die Wirkung.
Nun gut, gott sei Dank waren´s diesmal 3 Wochen Urlaub, denn bei 14 Tagen hätte er gar nicht ins Meer gekonnt bei 12 Tagen Antibiotika. Nun ging es jeden Tag besser. Mein Auge war immer noch ziemlich dick und schmerzhaft....
Er lag fast die ganze Zeit im Bett und versuchte sich gründlich auszukurieren, ich ging so oft wie möglich mit Sohnemann ans Meer, damit wenigstens er etwas Urlaub hatte. Was meinem Auge aber auch nicht so dolle bekam....
Dann war ne Woche um, es kam der Sonntag, und wir hatten nur noch zwei Tage bis mein Mann endlich mit schwimmen gehen konnte.
Sonntag abend: Sohnemann ging mit den Kindern die nebenan am Stellplatz waren auf den Spielplatz. Deren Mama und Papa waren auch dabei. Nach etwa zwanzig Minuten bringt die Mutter Sohnemann wieder. Er wäre von den Hangelringen gefallen, das Handgelenk tut ihm weh.
Es wurde dick und hart, aber er konnte noch gut die Hand bewegen, alle Finger usw. Also haben wir gekühlt. Am nächsten Tag haben wir dann in der Apotheke Salbe gegen die Schwellung geholt, und weiter gekühlt, aber es hat nichts geholfen. Er hatte nicht wirklich starke Schmerzen, und immer wenn ich sagte, wir sollten das in einem Krankenhaus anschauen lassen, brach er gleich in Tränen aus, da er da echt Panik hatte, nach dem letzten Höllentrip.
Wir warteten noch bis nächsten früh ab, dann sagte ich zu ihm, dass wir das echt anschauen lassen müssten, da es immer noch nicht besser war.
Mittlerweile hatten wir schon einiges eingepackt, weil wir nicht schlüssig waren, ob wir gleich heimfahren... In das selbe KH wollten wir auf keinen Fall icht nochmal, der Campingplatzarzt könne eh nicht wirklich helfen, hat ja keinen Röntgenblick, und zudem könnten wir im KH die Ärzte eh nicht wirklich verstehen....
Wir haben hin und her überlegt, 1500 km heim fahren?? Eigentlich sinds noch zwei Wochen Urlaub....
Wir hatten entschieden doch zum Campingplatzarzt zu gehen, und zu sehen was er dazu sagt. Der war gott sei Dank zufällig mal da, klopfte ein wenig drauf rum, und kam nach zwei Minuten zu dem Schluß, dass das nix schlimmes sein wird, kein richtiger Bruch, und schrieb ein Rezept raus, für Tabletten gegen die Schwellung und eine Bandage, die er zum schwimmen und duschen usw. abnehmen könnte. Und natürlich wieder ne Rechnung von 55 Euro
Als wir rausgingen war uns auch nicht wohler. Also ließen wir uns dann doch ein Taxi rufen, diesmal ins Krankenhaus nach Girona. Die Fahrt dauerte über ne halbe Stunde. Wir gingen rein ins KH, es machte einen guten Eindruck, ziemlich sauber, nicht viel los. Tja, das war aber falsch gedacht. Da drin schickten sie uns wieder raus, wir sollten nach hinten am Gebäude zur Ambulanz. Tja und da sah es nicht wirklich besser aus als in dem anderen KH... überall Menschen, teilweise mit Mundschutz, das Wartezimmer brechend voll, bestimm 30 wartende Leute....
Wir meldeten uns an, und oh Wunder, durfte ich gleich mit Adriano rein in ein Behandlungszimmer. Dort kam ziemlich schnell eine Ärztin, der ich auf Englisch erklärte, was los sei. Dann mussten wir zum röntgen wo wir auch nicht sehr lange warten mussten. Danch wieder zu der Ärztin.
Diagnose, Arm gebrochen. Der Bruch sei allerdings "gut" müsse aber eingegipst werden, denn wenn er es blöd bewegt, und es sich verschiebt, wird es kompliziert. Ob wir zum Urlaub hier wären.....Ja Urlaub, so wars mal gedacht....
Mit dem Gips, den sie ihm ziemlich schlampig und viel zu dick anlegten auf total veraltete Art und Weise, sollte angeblich alles wieder gut werden, und nach zwei bis drei Wochen sollte sich das nochmal wer ansehen.
Mir war allerdings schon in dem Moment als sie sagte "broken", klar, dass wir heimfahren würden, zu nem gescheiten Arzt.
Also zurück zum CP, Vorzelt abgebaut, alles schnell eingepackt, nochmal geduscht und ab Richtung Heimat.
Zuhause untersuchte es dann nochmal ein ordentlicher Arzt
Der Arm war glatt gebrochen, musste aber oft geröntgt werden, da es sich bei recht dummen Bewegungen trotz Gips hätte verschieben können, und dann hätte es operiert werden müssen. Bei Erwachsenen würde man sofort operieren, bei Kindern aber nicht.
Den Gips mussten wir erst mal dran lassen. Auch wenn er echt schlecht war, und ziemlich pfuschig. Der Arzt meinte dass das ne sehr veraltete Methode wäre nen Gips zu machen, aber diese kostet halt nur 5 Euro, ein ordentlich wie hier bei uns in D kostet 60.
Tja, das war unser Alptraumtrip letztes Jahr. So kanns gehen.
Danach hätt ich erstmal Urlaub vom Urlaub gebraucht ;-)
Achja, neulich hab ich was interessantes gefunden. Keine 20 km vom CP entfernt gibt es ein Deutsches Ärztezentrum