Ich glaube, man sollte es mit den Nationalstraßen nicht übertreiben. Warum?
1. Auf Spaniens Landstraßen ist Tempo 70 für WW angesagt

. Und dummer Weise gibt es hier neben stationären Blitzern auch mobile Radareinheiten

. Die vielen unterschiedlichen Polizeibehörden tun ein übriges zur Verwirrung bei:
a) Die Guardia Civil (grün/weiss) ist eigentlich für die Staatssicherheit und Passportangelegenheiten, kontrolliert aber auch zuweilen den Verkehr (insbesondere wenn ie ETA einen Anschlag angekündigt hat).
b) Die Policia Local (blau/weiss) kümmert sich um die Einhaltung der örtlichen Regeln, also auch Verkehr. Dabei vergibt sie die meisten Knöllchen wegen Falschparkens und Geschwindigkeitsübetretungen im Stadtbereich.
c) Die Miñones (hellbraun) kontrollieren den Verkehr, überwiegend LKW und Geschwindigkeit.
d) Die Policia Nacional (hellbraun) sichert eigentlich die Grenzen, kümmert sich aber auch um Zoll-Angelegenheiten, Personenkontrollen und im Grenzbereich um Verkehrskontrollen.
e) ...
Insgesamt gibt es 12 Polizeibehörden in unterschiedlichen Farben, die einem alle wegen überhöhter Geschwindigkeit anpinkel können. Die Strafen fallen ebenfalls sehr unterscheidlich aus:
Zwischen einer Verwarnung, Bußgeld, Strafgeld und Beschlagnahme des Gespanns ist alles möglich.

Deshalb kann ich nur empfehlen, auf der Landstraße die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten, was aber zu längeren Fahrzeiten führt.

2. Nicht alle haben so viel Zeit, den Weg zum Ziel zu machen, auch wenn dies eine reizvolle Alternative sein kann.
3. Auch die N340 führt strecken Weise durch lange Dorfpassagen mit Ampeln. In der Hochsaisonund fliesst der Verkehr auf ihr oft so langsam, das man meint, in einem Dauerstau zu stehen. Verzögerungen von 1 Stunde wegen einer Dorfampel sind keine Seltenheit

. An einigen Brennpunkten wurden die Ampeln daher gegen größerer Kreisel ersetzt. Es wird sich zeigen, ob die was bringen (ich glaube nicht, da Spanier keine Kreisel fahren können und die alten kleinen Kreisel nur Staus und Unfälle verursacht haben).
Eine halbwegs tolerierbare Entlastung für den Geldbeutel ist, am derzeitigen Ende de A7 in Hospitalet wieder auf die AP7 zu fahren und diese in Torreblanca wieder zu verlassen. Dort die N340 bis zur Kreuzung hinter Ribera nehmen, rechts ab Richtung Cabanes. In Cabanes durch den Ort zur CV10 (Carreterra de Saragossa) und links ab Richtung Borriol/Castellón. Die CV10 wird im Verlauf zur A7, die noch an Valencia vorbei führt. Wer noch weiter gen Süden fährt, nutzt ab Llanera die A35 bis La Font de la Figuera, dort die N344 bis La Bodegueta, ab dort die A31. Alles gratuito bei ca. 40 km Landstraße, der Rest Schnellstraße.
Sicherlich können kurvensichere Fahrer auch in Torreblanca rechts ab via Vilannova d'Alcolea zur CV10 fahren. Die Strecke ist aber sehr kurvig, mit einigen engen Kurven unübersichtlich und wegen der größeren Länge sowie diverser LKW eher eine Schleichstrecke.
Und noch eine Aussage meines Schwagers, der bei den Miñones arbeitet:
WW dürfen in Spanien auf Schnellstraßen und Autobahnen lediglich 80 km/h fahren, wie LKW auch. Normaler Weise werden WW-Gespanne nicht kontrolliert, solange sie die Geschwindigkeit der LKW fahren. Die fahren typischer Weise nicht 80, sondern 90 km/h.
Meine Erfahrung: mit einem 100er-Schild am Heck lassen einen die Polizisten in Spanien bis Tempo 90 immer in Ruhe. Darüberhinaus ist es ein Lotteriespiel:
Viele lassen einen auch bei Tempo 100 gewähren,
andere achten auf den Geschwindigkeitsunterschied zu LKWs,
andere achten nur darauf, ob der Verkehrsfluss behindert wird,
wieder anderen ist es vollkommen egal und
dann gibt es noch die wenigen scharfen Hunde, die einen sofort rauswinken.
Wer sich traut und 90 auf Schnellstraßen und Autobahnen in Spanien fährt, kommt wesentlich schneller ans Ziel, als wenn er artig hinter den LKW auf der Landstraße rumgurkt. Gerade Portugalfahrer wissen, wovon ich rede.
Bitte nicht falsch verstehen:
Dies ist kein Aufruf zu illegalen Handlungen, sondern der Hinweis auf Möglichkeiten.